Eskalation des Ost-West-Konflikts?

Konnte man durch die zuletzt zumindest augenscheinlich neu gewonnene Verbundenheit des Westens mit Russland durch den gemeinsamen Krieg gegen den Islamischen Staat den Ost-West-Konflinkt weitaus stabiler als bisher sehen, so wird einem diese Illusion spätestens seit den heutigen Geschehnissen wieder gestohlen.

Abschuss eines russischen Jagdbombers durch die Türkei

In den frühen Mittagsstunden des heutigen Tages wurde ein Kampfjet des Typs Su-24 des russischen Militärs durch die türkische Luftwaffe über dem Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei abgeschossen. Strittig ist hierbei jedoch, ob sich der Jagdbomber über türkischem Luftraum befunden hatte, so wie die türkische Regierung verlauten ließ. Angeblich wurden die russischen Piloten über die Notfallfrequenz, der ausschließlich jeder Teilnehmer des Flugverkehrs zu verfolgen verpflichtet ist, vielmals gewarnt, den Kurs zu ändern. Laut russischen Informationen habe der Jet die türkischen Landesgrenzen hingegen nie überflogen. Momentan ist noch unklar, welcher Seite man in diesem Falle denn nun Glauben schenken darf, doch klar wird im Nachhinein die Dramatik des Vorfalls.

Bedrohung des internationalen Friedens

Direkt nach dem Abschuss rief der Staatspräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, ein Sondertreffen der NATO ein. Und auch US-Staatschef Barack Obama ließ in einer Rede verlauten, dass die Türkei, wie auch jeder andere Staat, durchaus berechtigt wäre, unautorisierte Flugobjekte innerhalb ihres Staatsgebiets abzuschießen. Mit seiner Aussage stellt sich Obama hinter die Türkei und das wohl auch legitim.

Doch genau an dieser Stelle stellt sich mir die Frage, ob man das nicht als Zeichen einer drohen Neuentflammung des Ost-West-Konflikts interpretieren könnte. Zweifelsohne waren die in letzter Zeit ausgeführten Aktionen des russischen Militärs unter Vladimir Putin ein Grund zur Kontroverse. Seine teils unangekündigten Eingriffe in den Nahen Osten haben vielen Menschen vor den Kopf gestoßen, ein weiterer Streitfall ist außerdem seine Unterstützung für das vom Westen nicht anerkannte Regime des syrischen Diktators Baschar al-Assad. Jenem Tyrann, der regelmäßig Splitterbomben auf seine eigene Bevölkerung vom Himmel regnen lässt, weil diese ihm die Loyalität entsagt haben. Höchstwahrscheinlich sieht die russische Regierung im syrischen Staat ihre Eintrittskarte für den Einstieg im Nahen Osten. Doch wie dem auch sei, nicht zuletzt auch wegen dem Abschuss eines russischen Passagierflugzeugs in den vergangenen Wochen und den damit einhergehenden Rachegefühlen, mit dessen Schuld sich jetzt der IS rühmt, konnte man in Russland durchaus einen vielversprechenden Partner im Kampf gegen ebendiesen sehen.

Was angesichts des jetzigen türkisch-russichen Konflikts geschieht, steht in den Sternen. Man kann nur darauf hoffen, dass sich die beiden Staaten einigen können ohne die Situation eskalieren zu lassen.

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